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Regionale Molkereien in einem „Europa ohne Milchquote“

Donnerstag, 09. Juli 2015, 10:00 Uhr

Am 24. Juni lud ich in Zusammenarbeit mit dem Verband der Molkereien in Europa zu einem Gespräch ins Europäische Parlament nach Brüssel ein, um über Möglichkeiten zu diskutieren, die Milchwirtschaft im Herzen Europas zu stärken. Dabei durfte ich neben Vertretern regional verankerter Molkereien aus Frankreich, Österreich und Deutschland, der Europäischen Kommission und des Ausschusses der Regionen sowie Abgeordnetenkollegen meiner EVP-Fraktion aus diesen Ländern u.a. auch den Geschäftsführer Ralph Wonnemann von der OMIRA Ravensburg begrüßen.

Nachdem zum 31. März die Milchquotenregelung in Europa abgeschafft wurde, berieten wir gemeinsam über zukünftige Strategien für eine nachhaltige Milchwirtschaft. Regionale, mittelständische Molkereien sind zusammen mit den Landwirten das Rückgrat und die Grundlage der Landwirtschaft und Wahrer der regionalen Kultur unserer ländlichen Räume. Allerdings stehen sie vor großen Herausforderungen, denn der Wegfall der Milchquote und das Öffnen der Milchmärkte führen unweigerlich zu einer erhöhten Preisvolatilität. Darüber hinaus schreitet die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel immer weiter voran, was schließlich die gesamte Milchwirtschaft trifft.

Die Molkereien in Bergregionen sehen sich mit noch größeren Problemen konfrontiert: zu den oftmals höheren Kosten der Milcherzeugung addiert sich der teilweise erheblich größere Aufwand bei der Milchsammlung in einer noch kleinstrukturierteren Milcherzeugerlandschaft. Daneben fehlt den regional verankerten Milchverarbeitern – im Vergleich zu größeren oder gar international operierenden Molkereiunternehmen – meist noch die Möglichkeit, etwaige Marktungleichgewichte durch ein breites Produktportfolio oder über internationale Verlagerungen ausgleichen zu können.

Einigkeit herrschte darüber, dass regionale Molkereien unterstützt werden sollten, um im künftigen, weltweiten Milchmarkt weiterhin erfolgreich wirtschaften zu können.

Ich bin der Meinung, dass wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer regionalen Produkte auch dadurch verbessern können, indem wird deren Nachfrage nicht nur im europäischen, sondern auch im außereuropäischen Markt zu steigern versuchen. Dabei stellt auch die Differenzierung eine wesentliche Säule der Wettbewerbsfähigkeit gerade kleinerer Molkereien dar.

Auf dem Bild (von links): Ralph Wonnemann, Geschäftsführer von OMIRA mit Norbert Lins MdEP

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